Ankunft
Unsere Ankunft in Windhoek muss man etwas differenziert sehen: Die Immigration (ohne Rückflugticket, nur mit dem Verweis darauf, dass wir mit unserem eigenen Auto unterwegs sein werden und das Land rechtzeitig wieder verlassen wollen) war völlig unproblematisch. Es waren keine weiteren Erklärungen notwendig, wir haben nur das Visum abgegeben und die Stempel für 90 Tage in die Pässe bekommen. Perfekt!
Weniger perfekt: Unser Gepäck war nicht da. Also zum „Baggage Claim“-Schalter, allerhand Formulare ausgefüllt, Gepäck beschrieben (wer weiß denn schon den Hersteller seiner 0815-Reisetasche?!), Kontaktdaten hinterlassen. Kurz darauf war klar: Das Gepäck steht in Johannesburg und wird „bald“ nachkommen. Was will man machen? Also erst mal SIM-Karten und Bargeld geholt, eine Zigarette geraucht, Taxifahrer organisiert und zum Transkalahari Inn, unsere erste Unterkunft. Gutes Zimmer, sehr leckeres Abendessen. Zum Glück kam am späteren Abend unser Gepäck noch nach. Es hat einfach den nächsten Flug genommen. 😊
Am nächsten Morgen Frühstück, dann war auch schon unser Fahrer da, der uns nach Walvis Bay gefahren hat. Hat alles reibungslos funktioniert.
Die ersten Tage
Die ersten Tage haben wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Swakopmund verbracht. Erstmal ankommen, alles richtig einrichten, einkaufen, etc. Die ersten Ausflüge auf Gravel haben auch gut funktioniert. Etwas Luft aus den Reifen lassen, dann geht das sehr gut. Auch Linksfahren ist nach den ersten Kilometern unproblematisch.


Wir haben uns dafür entschieden, von Swakopmund aus nicht weiter in den Norden zu reisen, sondern uns auf den Süden zu konzentrieren, da wir ohnehin Richtung Süden, nach Südafrika weiterfahren möchten. Unsere grob geplante Route führt uns dann später gegen Ende des Jahres über den Norden von Sambia oder Angola zurück nach Namibia.

Richtung Süden
Es ist warm, sonnig, trocken, staubig. Und wunderschön. Die weiten Landschaften, die Ausläufer der Namib, der goldene und rote Sand und die Berge sind faszinierend.







Wir holpern über Gravel, Schotter, Sand und Wellblechpiste. Stellenweise sind wir über Stunden unterwegs, ohne ein anderes Auto zu sehen, dann kommen wieder drei oder vier Autos kurz nacheinander. Die Staubwolken des Gegenverkehrs sind schon weit im Voraus zu sehen, so dass wir rechtzeitig die Fenster zumachen können.



Im Moment sind nicht viele Touristen unterwegs. Auf etlichen Campingplätzen sind wir die einzigen Gäste. Rund um Sossusvlei ist etwas mehr los, aber es ist bei Weitem nicht viel. Wir haben lediglich eine grobe Route geplant und lassen uns treiben. Da wir nichts im Voraus gebucht haben, können wir spontan bleiben, wo es uns gefällt. Mal eine Nacht, mal zwei oder drei, je nach Lust und Laune.

Entlang der D707 sehen wir endlich ein paar Tiere. Erst Kühe und Ziegen, dann einige Oryx-Antilopen, Springböckchen und Straußen. So schön zu beobachten! Beim Zwischenstop an einem kleinen Café haben wir erfahren, dass es für unsere Art zu reisen ein altes englisches Wort gibt: Coddiwomple. Gefällt mir!

Lüderitz und Umgebung
Unsere Ankunft in Lüderitz hat uns im ersten Moment richtig erschrocken. Völlig überfüllt. Überall Menschen, Reisebusse, Taxis, große, organisiert wirkende Radtouren mit fünfzig und mehr Leuten auf Rädern. Kurz darauf haben wir festgestellt: Im Hafen liegt ein Aida-Schiff. Also Kreuzfahrt-Tagesgäste, die kurzzeitig die Stadt überschwemmen und abends wieder weg sind. Abends war es dann auch tatsächlich deutlich ruhiger, kaum noch Menschen auf den Straßen und in den Restaurants und Bars. Haben sehr guten Fisch und gegrillte Austern gegessen. Die Buchten rund um Lüderitz sind ebenfalls sehr sehenswert. Leider darf man nicht alle eigenständig besuchen. Rund um die Stadt liegt das sogenannte Sperrgebiet – Diamantenminen und Naturschutzgebiet. Dort darf man nur mit speziellem Permit oder einer geführten Tour hineinfahren.


Kolmanskop liegt kurz vor Lüderitz, ein paar Kilometer landeinwärts. Das Städtchen wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aufgebaut, da in diesem Gebiet Diamanten gefunden wurde. Diese wurden anfangs per Hand, später per Trommel aus dem Sand gesiebt. In den Hochzeiten haben hier rund 300 Menschen gelebt – jetzt ist das Geisterdorf verlassen und kann von Touristen besichtigt werden. Die Führungen werden auf deutsch und englisch angeboten und sind sehr interessant.


Fish River Canyon und der Süden Namibias
Unsere Reise führt uns weiter in den Süden: Über Aus, Keetmanshoop und Grünau an den Fish River Canyon. Auf dem Weg sehen wir einige Zebras. Und im Nationalpark: Eine gigantische Aussicht auf den zweitgrößten Canyon der Welt! Die Straßen im Nationalpark sind unter aller Kanone: Fieses Wellblech und grober, scharfkantiger Schotter. Armer Jimny! Hat sich aber gut geschlagen!


Um es nochmal zu erwähnen: Es ist warm! Eher heiß! Tagsüber durchschnittlich 35-40 °C, nachts kühlt es etwas ab auf unter 30°C. Je nach Region vielleicht auch mal auf 20-25 °C, kälter wird es hier aber zu dieser Jahreszeit nicht. Auf große Spaziergänge oder gar Wanderungen verzichten wir daher meistens. Im Schatten mit einem kühlen Getränk in der Hand lässt sich die Wärme gut aushalten.


Hin und wieder haben wir das Glück, Regen im trockenen Namibia erleben zu dürfen. Hier wird Regen gefeiert und willkommen geheißen. In der Nähe des Fish River Canyons nutzen wir die seltene Gelegenheit und machen am bewölkten Vormittag eine kleine Wanderung durch den Nationalpark.
Auf der Weiterfahrt nach Keetmanshoop begegnen uns die ersten Giraffen. Im Gegensatz zu den Springböckchen und Zebras sind sie auch nicht so ängstlich. Sie kommen sogar noch ein paar Schritte auf uns zu und begutachten uns. Sehr schön zu beobachten!

In Keetmanshoop verbringen wir die letzte Nacht in Namibia, essen eine gute deutsche Roulade und machen uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Osten. Am Grenzübergang Klein Menasse / Rietfontein verlassen wir Namibia und befahren zum ersten Mal südafrikanischen Boden. Innerhalb weniger Minuten haben wir die Ausreisestempel im Pass, kurz darauf – dank eines sehr engagierten Mitarbeiters – auch im Carnet.
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