Nach fast drei Monaten in Südafrika überqueren wir Ende April in Groblersbrug / Martins Drift die Grenze nach Botswana. Vor und nach der Grenze stauen sich LKWs über mehrere Kilometer. Zum Glück können wir einfach an ihnen vorbeifahren. Nach einer knappen Stunde sind alle nötigen Formalitäten auf beiden Seiten erledigt und wir haben unsere Stempel im Pass. 90 Tage Visum haben wir für Botswana bekommen! Die Grenzbeamtinnen waren überrascht und gleichzeitig erfreut, dass wir so viel Zeit in ihrem Land verbringen wollen. Ob wir die 90 Tage komplett ausnutzen, wird sich zeigen. Wichtig ist erstmal, die Möglichkeit zu haben und so flexibel wie möglich zu sein.


Durch die Zugehörigkeit zur Südafrikanischen Zollunion gibt es in Botswana (noch?) keine Engpässe bei der Treibstoffversorgung, wie es beispielsweise aus Mosambik zu hören ist. Was es stattdessen gibt: Potholes! Teils überschaubar, teils Schlagloch an Schlagloch, eines tiefer als das andere.
Wir entschleunigen und reisen in Botswana deutlich langsamer als zuletzt in Südafrika. Das gibt uns die Möglichkeit, an Orten wirklich anzukommen und uns einzuleben.



Eins unserer ersten Ziele ist das Khama Rhino Sanctuary. Hier leben 30 „White Rhinos“, also Breitmaulnashörner und vier „Black Rhinos“, Spitzmaulnashörner, neben zahllosen Giraffen, Zebras, Antilopen und Büffeln. Wir buchen nach langer Zeit einmal wieder einen geführten Game Drive. Obwohl wir normalerweise lieber selbst fahren, ist es spannend, zusätzliche Informationen zu den Sichtungen, den Tieren und deren Lebens- und Verhaltensweisen zu bekommen.




Vom Sanctuary fahren wir weiter nach Norden. Der eher kleine Ort Lethlakane überrascht uns – eine nagelneue Mall, eine Tankstelle und etliche Geschäfte, mit denen wir im Vorfeld nicht gerechnet hatten. Hier verbringen wir einige Tage auf einer privaten Campsite auf einer Ziegenfarm. Eine private Outdoorküche, ein Badezimmer im Garten und ein holzbefeuerter Donkey – hier gibt es alles, was man braucht. Pete und seine Frau Sue sind sehr nette Gastgeber und wir bekommen auch täglich Besuch von den Ziegen. Richtig idyllisch!




Eigentlich wollten wir von hier aus in die Salzpfannen. Die Makgadikgadi Pans haben aber – ebenso wie der Rest des Landes – üppige Regenfälle abbekommen. Hier steht alles unter Wasser oder Schlamm. Wir bewundern die Salzpfannen daher nur aus der Ferne. Auch die Fährüberfahrt über den Boteti River ersparen wir unserem Jimny. Schließlich brauchen wir ihn noch länger und wollen ihn nicht versenken. Die Fahrt ins Central Kalahari Game Reserve fällt ebenso im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Zumindest haben wir so genügend Gründe, noch einmal nach Botswana zurückzukommen.


Aufgrund der grassierenden Maul-und-Klauenseuche ist die Verfügbarkeit von gutem Fleisch, vor allem Rindfleisch stark eingeschränkt. Umso mehr freuen wir uns, als wir in Maun eine sehr gute Metzgerei finden und uns mit Steaks, Würsten, Biltong und Salami eindecken können. Die nächsten Tage wird gegrillt!

In Maun treffen wir eine Gruppe Südafrikaner, die uns netterweise einen neuen Benzinkocher mitgebracht haben. Unserer hatte ein paar Tage zuvor den Geist aufgegeben und ließ sich ohne passende Ersatzteile nicht reparieren. In dem Moment wurde uns wieder einmal bewusst, wie gut wir es in dieser Hinsicht haben: Das Ersatzteil war auf Amazon verfügbar. In Deutschland: kostenlose Lieferung in 1-3 Werktagen. Lieferung nach Botswana: zzgl. ca. 60 EUR, Lieferung in 22-28 Werktagen. Puh!

Das Moremi Game Reserve steht ebenfalls unter Wasser und ist erst seit ein paar Tagen überhaupt wieder geöffnet. Wir wollen einen Tagesausflug wagen und fahren von Shorobe aus zum South Gate. Allerdings sehen wir schon auf dem Weg dorthin so viele Tiere, dass wir uns den überteuerten Parkeintritt sparen und die Sichtungen außerhalb des Parks genießen.






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