Von Langzeitreisenden hört man oft, Reisen wäre kein Urlaub. Ob das so ist, werden wir nächstes Jahr bei unserer eigenen Langzeitreise herausfinden. Um sicherzugehen, dass wir trotzdem genug Urlaub machen, sind wir im Dezember als Reiseauftakt auf die Seychellen geflogen. 😊
Zwei Fliegen mit einer Klappe
Schön und praktisch zugleich: Während Dominik und ich am Strand entspannen, machen Jimny und Genie ebenfalls Urlaub. Die beiden sind per Schiff unterwegs nach Namibia, wo wir sie dann Mitte Januar in Walvis Bay abholen werden. So überbrücken wir elegant die Verschiffungszeit, ohne zu Hause im kalten Deutschland zu sitzen, und gewöhnen uns auch gleich schon mal an die höheren Temperaturen. Außerdem liegen die Seychellen ja (fast) auf dem Weg.
Regenzeit im Paradies
Wer schon mal auf den Seychellen war, weiß, dass es hier nicht nur Sand und Meer gibt, sondern die Inseln unglaublich grün sind. Eine vielfältige Naturlandschaft mit Urwäldern, Palmen, tropischen Gärten und zahllosen verschiedenen Pflanzen. Und das kommt nicht von ungefähr: Natur braucht Wasser. Im europäischen Winter ist hier Regenzeit. Das hat uns nicht überrascht – was uns allerdings überrascht hat, ist, dass es an einigen Tagen fast komplett durchgeregnet hat. Damit hatten wir tatsächlich nicht gerechnet. Nicht tragisch, aber unerwartet. Außerdem ist sogar der Regen warm. Wir waren etwas mehr als vier Wochen auf drei Inseln und hatten nie unter 25 Grad.

Reisen mit Zeit
Einen Urlaub zu planen, der länger ist als zwei bis drei Wochen, ist wirklich spannend. Normalerweise ging es mir immer so, dass ich viel zu viele Aktivitäten in viel zu wenig Zeit stopfen wollte. Das haben wir dieses Mal überhaupt nicht. Wir waren 2018 schon mal auf den Seychellen und „kannten“ daher schon einiges. Viele Orte wollten wir nochmal sehen, dazu Neues entdecken, uns dabei aber keinen Stress machen. Und genau das ist uns geglückt!


Praslin
Wir waren mehrmals an den (meiner Meinung nach) besten Stränden, an denen man schwimmen kann: Anse Georgette und Anse Lazio. Nicht nur kurz zum Fotos machen, sondern zum genießen, schwimmen, sonnenbaden, Kokosnuss trinken und einfach da sein.



Unsere zweite Unterkunft auf Praslin war nicht direkt am Strand, sondern etwas höher am Berg oberhalb der Anse Volbert gelegen. Daher durften wir jeden Tag eine unglaubliche Aussicht genießen, konnten an der Cote d’Or spazieren und in verschiedenen Strandbars, Restaurants und Take-Aways essen und trinken. Völlig surreal wirkte die ganze Weihnachtsdeko, die Weihnachtslieder und die mit Lichterketten und Kugeln geschmückten Palmen.


La Digue
Auf der kleinen Insel La Digue haben wir uns für eine zentral gelegene Unterkunft in La Passe entschieden. Fußläufig innerhalb von unter fünf Minuten: Einkaufsmöglichkeiten, Strand, Bars, Restaurants, Take-Aways. Mit dem Fahrrad erreichbar: Alles andere auf La Digue. Gestartet haben wir unsere Woche auf La Digue auch direkt mit einer Fahrradtour entlang der Küste. An der Anse Fourmis im Osten der Insel endet die Straße plötzlich im Nirgendwo. Das kannten wir schon. Was neu ist: Es gibt jetzt einen Wanderweg, der weiter zur Anse Caiman führt, wo mittlerweile eine Strandbar eröffnet hat. Die Wanderung hat richtig Spaß gemacht, über Felsen, einfache Holzbrücken und Stege, immer am Meer entlang. Und an der Strandbar gab es nicht nur Jingle Bells und Last Christmas zu hören, sondern auch sehr gutes Essen.


Ein weiterer, wunderschöner, und meiner Meinung nach unterschätzter Strand: Die Anse Reunion, direkt in bzw. bei La Passe. Fußläufig innerhalb von eine paar Minuten von unserer Unterkunft erreichbar. Sehr ruhig, wenig Leute, man kann wunderbar am Strand liegen, spazieren und im Meer abkühlen. Auch die Bars und Restaurants in La Passe waren durchgehend sehr gut. Dadurch, dass wir reine Selbstversorgerunterkunft hatten, konnten wir natürlich auch „zu Hause“ etwas zu essen machen.




Mahé
Die zwei Wochen, die wir auf Mahé verbracht haben, waren eine Premiere für uns. Praslin und La Digue kannten wir schon etwas, auf Mahé waren wir bisher noch nicht – abgesehen von einem kurzen Ausflug in die Hauptstadt Victoria. Hier hatten wir drei verschiedene Unterkünfte: In Pointe du Sel, nördlich von der Grand Anse und am Beau Vallon.
Rein von der Landschaft, den Stränden und der gesamten Natur hat uns der Süden der Insel deutlich besser gefallen als der Norden. Die Police Bay, die Anse Intendance und die Anse Takamaka sind alle wunderschön, teils mit großen Granitfelsen umrahmt, schönem Strand, teils völlig einsam, teils sehr belebt und wuselig. Der Beau Vallon, einer der bekanntesten Strände der Seychellen hat uns beiden persönlich nicht so gut gefallen. Viele Hotelketten, weniger kleine Bars, insgesamt hat sich hier alles etwas unpersönlicher angefühlt.



Auf Mahé haben wir uns spontan auch dafür entschieden, einen Mietwagen zu buchen. Wir hatten das Glück, sogar einen Jimny zu bekommen. Rechtslenker, Automatik, grauer Lack, aber egal: Hauptsache Jimny! 😊 Und wir konnten das Linksfahren schon mal ein bisschen üben. Hat auch richtig Spaß gemacht, wieder selbstständig mobil und nicht auf Busse angewiesen zu sein.


Persönliches Highlight auf Mahé: Unsere erste Unterkunft: Julies Holiday Home. So freundlich und herzlich sind wir in keiner anderen Unterkunft aufgenommen worden. Mama Julie und Papa Barry sind wunderbare Gastgeber, zu denen wir gern beim nächsten Besuch zurückkommen. Auch sehr positiv: Die Unterkunft liegt in Laufreichweite von der Takamaka-Destillerie: Interessante Führung und Rumverkostung, leckeres Essen und natürlich sehr gute Cocktails!


Fazit
Nach etwas mehr als vier Wochen verabschieden wir uns von den Seychellen. Vielleicht kommen wir nach unserer großen Reise noch einmal zurück. Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf unseren eigenen Jimny, der schon in Walvis Bay auf uns wartet.
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