Wir wollen mit unserem Jimny und Genie das südliche Afrika bereisen. Aber wie kommen wir dahin? Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.
Die Optionen
- Runterfahren
- Containerverschiffung
- Roro-Verschiffung
Möglichkeit 1 haben wir eine Zeitlang diskutiert. Wäre ein Abenteuer und sicherlich sehr reizvoll, aber: wir haben nur ein Jahr Zeit. Ich will nicht hetzen. Ich will nicht „mal eben schnell durchfahren“. Ich will die Möglichkeit haben, länger zu bleiben, wenn es mir irgendwo gefällt oder wir eine Pause brauchen. Daher war Runterfahren für uns nicht die Option der Wahl.
Möglichkeit 2 war lange Zeit unser Favorit. Planbar, sicher, mit einem Containerbuddy auch bezahlbar. Und einen Containerbuddy finden wir mit dem kleinen Auto auch problemlos. Das war allerdings, bevor wir unseren Genie hatten. Jetzt sieht das anders aus: Unser Gespann ist 6,50 m lang. Ursprünglich dachten wir, es wäre möglich, den Anhänger schräg zu stellen oder die Deichsel ein Stück unter den Jimny zu schieben, um etwas Platz zu sparen. Klingt einfach, ist aber in der Praxis nicht möglich, da zu unsicher und schwer bis nicht versicherbar. Das Gespann muss als Gespann in den Container verladen und befestigt werden. Damit haben wir nur knapp 5,50 Meter übrig für ein anderes Fahrzeug. Erschwerend kam hinzu, dass viele eher nach Südafrika verschiffen, wir aber in Namibia starten wollen.
Also bleibt Möglichkeit 3. Lange für uns ein NoGo, da das Auto während der Verschiffung offen sein muss. Es gibt tausende Horrorgeschichten im Internet, so dass man nach etwas Recherche davon ausgeht, dass prinzipiell jedes Fahrzeug, dass per Roro verschifft wird, komplett ausgeraubt und verwüstet wird. Klar, man sollte nicht unbedingt den Laptop auf dem Beifahrersitz liegen lassen, aber wer will denn schon meine Socken oder mein Kopfkissen klauen? Wertsachen wie Elektronik haben wir ohnehin im Handgepäck dabei, wichtigere Sachen im Genie verschlossen, im Jimny alles in Kisten verstaut. Mal sehen ob das alles klappt.



Die Entscheidung und Umsetzung
Wir haben die Verschiffung mit Caravan Shippers gemacht. Super Unterstützung von Torben und seiner Kollegin! Überraschenderweise mussten wir in Deißlingen noch zum Zollamt zur Gestellung. Das ging fix über die Bühne und wir konnten uns ein paar Minuten später mit den notwendigen gestempelten Dokumenten auf den Weg nach Norden machen. Das Gespann haben wir bei einer Spedition in Bremerhaven direkt am Hafen abgegeben. Ein bisschen unübersichtlich dort, da der Parkplatz, wo man normalerweise die Roro-Fahrzeuge abgibt, aufgrund einer Helikopterlandung gesperrt war. Hat aber dann doch alles geklappt. Das Carnet de Passage sollte vor dem Fahrzeug am Zielort sein. Normalerweise kann man das einfach selbst mitnehmen. Da wir aber erst eine Woche nach dem Auto in Namibia landen, schickt Caravan Shippers die Dokumente für uns zur Partnerspedition in Walvis Bay. So können sie das Auto und den Anhänger schon mal aus dem Hafen holen und an einem sicheren Ort unterstellen, auch wenn wir noch nicht da sind.
Das hat auch alles wunderbar geklappt. Das Schiff ist planmäßig in Walvis Bay angekommen. Die Spedition Namship hat sich direkt bei mir gemeldet, ich habe noch ein Formular ausgefüllt und unterschrieben (alles per Mail). Sie haben den Jimny und Genie aus dem Hafen geholt und sicher in einem Lagerhaus untergestellt. Wir haben sogar Fotos bekommen.



Nach unserer Ankunft in Windhoek und der Fahrt nach Walvis Bay konnten wir unseren Jimny dann endlich in Empfang nehmen. Den Schlüssel und das gestempelte Carnet natürlich auch.
Mittlerweile sind uns ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die während der Überfahrt verloren gegangen sind: Der Aschenbecher, eine Taschenlampe und zwei Powerbanks. Lag allerdings (blöderweise) alles offen in den Türstaufächern. Das hatten wir völlig vergessen, ordentlich zu verstauen. Aus den Kisten, dem hinteren Teil des Autos und vom Dachträger fehlt nichts. Auch der Genie kam völlig unversehrt an.
Fazit
Roro ist günstig, sicher und absolut empfehlenswert, wenn man es mit dem richtigen Partner macht und die richtige Route wählt! Daumen hoch für Caravan Shippers!


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